Das große „Warum?“

In letzter Zeit höre ich viele Fragen. Wie geht’s mit dir weiter? Was kommt als nächstes? Hast du schon einen Job? Was willst du einmal machen?

So berechtigt diese Fragen sind, sie können echt anstrengend sein, wenn ich nach einiger Zeit immer noch keine klare Antwort darauf habe. Kein Job vorzuweisen. Keine Ahnung, was als nächstes kommt. Keine Ahnung, wo ich in ein paar Monaten sein werde. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Und nur ein bisschen Ahnung, was ich einmal machen will.

Jeder hat Ziele im Leben – große Dinge wie eine Familie gründen, Karriere machen, viel Geld verdienen, berühmt werden oder kleinere Dinge wie regelmäßig Sport treiben, einen Termin einhalten, sich mit anderen Treffen oder einfach nur einen anstrengenden Tag überstehen. Ohne Ziele würden wir vieles nicht erreichen, könnten auf nichts hinarbeiten und wären planlos unterwegs.

Ziele und Richtungen für das Leben zu haben, ist genial. Doch genauso wichtig ist es, zu wissen, warum man diese Richtung eingeschlagen hat. Warum mache ich das, was ich mache und nicht etwas anderes?

Natürlich tun wir manches, weil wir einfach gut und talentiert darin sind. Doch auch dann brauchen wir noch weitere Motivationen – denn Talent genügt nicht, wenn es nicht ausgelebt und weiterentwickelt wird. Ist es genug, etwas zu tun, nur weil es alle anderen auch machen? Weil es die Familie oder die Freunde erwarten? Weil es sich der Partner wünscht?

Nicht alle Entscheidungen liegen bei uns und manches muss eben gemacht werden. Doch bei anderen Dingen liegt es an uns, herauszufinden, wieso wir handeln wie wir es tun.

Mir zum Beispiel reicht es nicht, einfach nur meine Talente einzusetzen – ich will sie für andere einsetzen. Es motiviert mich viel mehr, zu wissen, mein Handeln hat einen positiven Einfluss auf andere. Ich mache viel lieber für andere gutes Essen als nur für mich alleine. Ich schreibe viel lieber über Themen, die andere etwas angehen, als nur was ich persönlich so mache.

Die Fragen vom Anfang sind wichtig, doch für mich ist es wichtiger, zu wissen, warum ich etwas tun will. Warum ich etwas relevant finde und warum mich etwas berührt.

Warum tust du, was du tust? Warum bist du in diesem Job, in diesem Studiengang, in dieser Stadt, in dieser Freundschaft, in dieser Beziehung? Warum strebst du nach deinen Zielen und was treibt dich dabei an? Vielleicht ist es an der Zeit, genau über das „warum“ nachzudenken und nicht nur über das „wo“ und „wie“!

 

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