Medien und Meinung

Ist das grad wirklich passiert? Bin ich hier im falschen Film?

Das sind zwei Fragen, die ich mir gestern Nachmittag gestellt habe. Die JuMiKo Frankenwald ist eine Jugendmissionskonferenz mit Seminaren, Predigten und einer Messe von Missionsgesellschaften. Alle Mitarbeiter dort hatten das gleiche Anliegen: Jesus in die Welt hinauszutragen, ob als Missionar in einem fremden Land, als Schüler, Student, im Beruf – eben genau da, wo ich gerade im Alltag bin.

Das Thema der JuMiKo war Programm: „bewegt“. Viele erzählten davon, was sie selbst bewegt, wie und wohin Jesus sie bewegt. Ich fühle mich ebenfalls bewegt – bewegt dazu, von Jesus zu erzählen und ihn vor allem durch Medien bekannt zu machen, genau dort, wo sich so viele Meschen bewegen, die ihn noch nicht kennen.

Also unterhielt ich mich nachmittags mit jemandem aus der Öffentlichkeitsarbeit einer Missionsgesellschaft und wir waren uns einig, welche Chancen Medien bieten können. Wie viel Arbeit da noch gemacht werden könnte. Welches Potential in den Medien für die Mission steckt. Und wir fanden, dass jüngere Menschen sich kaum noch in eine Kirche verirren, sondern vielleicht gerade durch Medien auf Jesus aufmerksam gemacht werden können.

Ich erzählte davon, wie sehr ich mir Websites und Angebote für meine Generation wünsche. Ich bin der Meinung, dass Christen davon reden sollten, was die Welt bewegt – sei es die Politik, die Wirtschaft, Musik oder der neuste Kinofilm. Jedes Thema kann genutzt werden, um auf Jesus hinzuweisen und ihn in der Welt sichtbar zu machen. Jesus ist genauso entsetzt von Terror-Anschlägen, betroffen bei Naturkatastrophen und bewegt von Menschen, die selbstlos anderen helfen. Das Potential ist riesig!

Nach diesem Gespräch war ich froh, nicht alleine da zu stehen und zu hören, wie auch andere offen für Möglichkeiten des Zeugnisses und der Mission durch Medien sind. Ich ging gestärkt zurück in die Veranstaltungshalle.

Keine Minute später wurde ich von einem Mädchen und einer Frau angequatscht, wieso ich zu dieser Veranstaltung gekommen war. Kam mir ein bisschen komisch vor, trotzdem erzählte ich, von meinem Anliegen, Jesus durch die Medien groß zu machen. Die Reaktion der beiden hätte nicht überraschender sein können.

Völlig ruhig erzählten sie mir, dass Medien nur entstanden sind, um die Menschen abzulenken und Bedürfnisse zu befriedigen, die nur Gott stillen kann. Ich hörte heraus, wie sie alle Filme verteufelten, weil nur ganz wenige näher zu Gott hinführen würden und alle anderen Sünde seien von der ein Christ fliehen sollte. Bibelstellen wie „wenn du sündigst, hacke deine Hand ab“ wurden zitiert und gefragt, wieso mir denn die Bibel nicht reiche, das ist doch alles, was ich brauche. Ihre Ansätze waren nicht komplett falsch, aber definitiv auch nicht komplett richtig.

Offensichtlich waren wir ganz anderer Meinung und ich war definitiv nicht diejenige, die von ihrer Meinung abrücken würde. Eines der Dinge, die ich nicht leiden kann, ist es, wenn jemand alles pauschalisiert und über „die Filme“, „die Medien“ und „die Christen“ redet. Darauf reagiere ich allergisch; was meine beiden Gesprächspartnerinnen deutlich gemerkt haben – mit einer solchen Diskussion und so viel vehementen Gegenwind hatten sie sicherlich nicht gerechnet.

Irgendwann gaben sie dann auf, suchten ziemlich schnell das Weite und wollten mir nicht einmal verraten, aus welcher Gemeinde sie kamen. Ich habe ja so meine Vermutung – aber bei mir haben sie das mit dem überZeugen nicht geschafft… 😀

Das ganze Erlebnis war etwas bizarr, machte mir aber auch deutlich, welch unterschiedliche Meinungen es gibt. Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass Medien für Gott genutzt werden sollten und es gibt genug Websites, Apps, Filme, Musik und mehr, die beweisen, wie gut das schon gemacht wird.

Dazu muss aber eines deutlich sein: Gegenstände an sich sind nicht „gut“ oder „schlecht“. Es kommt immer darauf an, wie sie benutzt werden. Ein Messer kann mir helfen, mein Essen kleinzubekommen, aber auch einen anderen Menschen verletzen. Auf Papier kann ein Bibelvers gedruckt werden oder feindliche Propaganda. Ein Film kann gute moralische und/ oder christliche Werte zeigen oder die Abgründe des menschlichen Seins verherrlichen.

Mir ist es immer noch wichtig, Medien positiv zu nutzen. Deswegen will ich Texte schreiben, die helfen und auf Jesus aufmerksam machen. Ich will Bilder von der Schönheit der Schöpfung zeigen. Ich will nicht mich selbst in den Vordergrund rücken, sondern Jesus (und ja, ich weiß, das gelingt nicht immer, aber hey, Selfies sind doch auch ganz witzig!) Außerdem ist es überhaupt nicht schlimm, einfach mal einen Film zu kucken, abzuschalten und das Leben zu genießen.

Wie nutzt du Medien? Wie könntest du sie vielleicht für Gott nutzen?

One Comment

  1. Ich teile deine Meinung. – In meinem frühen Christsein hatte ich auch mal gehört, man dürfe STAR WARS nicht sehen, weil dort ja „Zauberkräfte“ drin vorkommen. BULLSHIT! Einige Beispiele aus den John Eldrege-Büchern haben mir gezeigt, auf welch phantastische Weise man JESUS in mancherlei Filmen entdecken kann: Matrix, Herr der Ringe, Narnia, aber auch StarTrek, StarWars, Truman Show. (Vielleicht manchmal nur teilweise.) Man muss das Original kennen.

    Reicht die Bibel alleine nicht aus? – Zunächst ist die Bibel selber ja auch ein Medium! Ein Informationsträger. Luther hatte den Buchdruck genutzt – geile Sache! Segen bis heute! Aber auch mir hat es als „Jungchrist“ unheimlich gut getan, mal eine Bibelverfilmung zu sehen, die (das weiß ich heute) in Details gar nicht korrekt war(!), aber es hat mir geholfen, mich in eine 2.000 Jahre alte, fremde Kultur einzufinden – sie mir überhaupt einmal visuell vorstellen zu können.

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