Die Jahreslosung und mein Laptop

Die Losungen: ein gezogener Bibelvers, der über dem ganzen Jahr stehen soll – den aber viele gerade mal am Anfang des Jahres noch wissen (weil jeder darüber eine Andacht hält) und schon bald wieder vergessen. In manchen Jahren kann man mal mehr mit dem Vers anfangen, in anderen weniger.

Die Jahreslosung 2017 lautet:

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26)

Als ich sie das erste Mal gelesen habe dachte ich mir: Cool!
Mein zweiter Gedanke: HÄÄ??

Mein ganzes Leben lang hab ich gehört, dass Jesus uns neu macht und wir verändert sind, wenn wir zu ihm gehören und irgendwie eine „neue Kreatur“ sind. Ich hätte darüber reden können, aber verstanden hab ich es nicht wirklich – bis vor ein paar Tagen.

Eigentlich wollte ich nur meinen Laptop auf das aktuelle Betriebssystem upgraden, damit er auf dem neusten Stand ist. Normalerweise geht das ja wie von selbst und macht keine Probleme – außer dieses Mal!

Beim Installieren kam plötzlich die Meldung: die Festplatte hat nicht das richtige Format, um das Upgrade durchzuführen. Ich konnte nichts, aber auch gar nichts machen, um die Installation auszuführen. Die Festplatte und das System passten einfach nicht zusammen.

Brauchst du ein Upgrade?

Die einzige Möglichkeit: Alle wichtigen Daten absichern, Festplatte komplett löschen, richtig formatieren und dann geht es.

Durch diese Aktion hab ich verstanden, was in dem Vers mit dem „neuen Herz“ gemeint ist. Unser Herz (= Fesplatte, wo alles wichtige drauf ist; was uns ausmacht) muss nicht ausgetauscht werden – sondern neu formatiert werden, um für Gottes ewiges Betriebssystem geeignet zu sein.

Unsere „alten Einstellungen“ nehmen wir mit – alles persönliche, unser Charakter wird überspielt und läuft auch auf dem neuen System.

Das interessante bei der Sache: man sieht davon zunächst einmal gar nichts. Mein Laptop sieht genauso aus wie vorher. Doch mit der Zeit sieht man Veränderungen: vielleicht läuft manches flüssiger, schadhafte Dateien werden gelöscht, neue Programme installiert, die Sicherheit passt wieder…

Auch bei einem Christen sieht man von außen nicht, auf welchem „Betriebssystem“ er läuft. Es lassen sich aber früher oder später Unterschiede erkennen: schädliche Gewohnheiten werden gelassen, neue Tätigkeiten angefangen und die Sicherheit liegt in der ewigen Hoffnung durch Jesus. Nach und nach werden vielleicht auch Einstellungen geändert, der Charakter geformt und Dinge angepasst. Wie bei neuen Updates auch, muss man vorher zustimmen, ob sie ausgeführt werden sollen.

Wir brauchen ein neues Herz, damit wir mit Gott in Kontakt treten können. Dabei müssen wir aber nicht von heute auf morgen ein komplett anderer Mensch werden. Das hauptsächliche ist es, sich von Gott verändern zu lassen. Mit der Zeit werden wir dann merken, was dieses neue (oder geupgradete) Herz für Veränderungen macht oder braucht.

Wichtig ist: wie bei technischen Geräten auch ist es zu empfehlen, alles auf dem aktuellsten Stand zu halten. Das heißt: unnötige Dateien (Gewohnheiten) löschen, den Papierkorb leeren (Sünde vergeben lassen), neue Sachen installieren (wie wäre es mit jeden Tag Losung lesen, einen Kreis besuchen, mitarbeiten) und immer wieder Gott nach seinem Willen für unser Leben fragen – das ganze Jahr 2017 über und darüber hinaus.

Photo credit: freedigitalphotos.net, by Stuart Miles, Image ID: 100207569

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