Kälte, an der etwas geändert werden musste

Ich bin eine Frostbeule. Wirklich. Kälte und ich, wir verstehen uns einfach nicht.

Da war es ziemlich doof, als ich gestern in mein kaltes WG-Zimmer für die letzte Uni-Woche dieses Semesters kam. Übers Wochenende habe ich die Heizungen zurückgedreht, also waren es nur 16 Grad als ich abends ankam.

Kein Problem! Meine Heizung ist brav und wird für gewöhnlich schnell warm – wenn sie mal warm wird, was sie gestern leider nicht tat. Denn aus welchen Gründen auch immer blieb die Heizung und – dementsprechend auch mein Zimmer – kalt.

Zuerst dachte ich, an meinem super-modernen Einstell-Kästchen wäre irgendwas falsch, aber alles rumgedrücke half nichts und später stellte ich auch noch fest, dass das Wasser aus der Leitung ebenfalls eiskalt blieb. Brrrr!!! Ich gab mich geschlagen und dank Decken und einer Wärmflasche war die Nacht trotzdem einigermaßen erträglich.

Heute früh war ich noch nie so froh, früh aufstehen und in die Uni zu müssen, wo es wenigstens warm war. Für mich als Frostbeule war ein Tag in meinem kalten Zimmer zu verbringen wirklich keine Option – und ich bin mir sicher, mein Rauchmelder hätte sich beschwert, wenn ich ein Feuer angezündet hätte…

Gut, dass mein Kälte-Problem relativ leicht zu beheben war!
Gut, dass mein Kälte-Problem relativ leicht zu beheben war!

Bevor ich also weg musste versuchte ich mein Glück an dem großen Boiler, der in unserem Bad hängt. Ich erkannte zumindest sofort das Problem: ein kleines Zeichen mit einer durchgestrichenen Flamme. Das Ding hat (aus mir unerfindlichen Gründen) einfach mal beschlossen, die Flamme ist aus, es mag nicht mehr und Tine muss frieren. Ich drückte also alle möglichen Knöpfe (was uns eigentlich strengstens untersagt war) in der Hoffnung, dass sich der Boiler das nochmal anders überlegt und doch wieder heizen würde.

Nur die Abwesenheit einer einzigen Flamme sorgte für Kälte in der ganzen Wohnung. Wenn das kein Beispiel für kleine Ursache / große Wirkung ist, dann weiß ich auch nicht!

Auf dem Weg in die Uni war ich einfach nur dankbar, dass es draußen nicht zu kalt war. Außerdem fiel mir auf, wie viele Dinge ich (wie so oft) für selbstverständlich annehme und voraussetze ohne darüber nachzudenken und dankbar zu sein.

Ob ich die Lösung des Problemes gefunden hatte, konnte ich also noch nicht sofort feststellen. Für den Moment musste ich hoffen, dass mein ahnungsloses rumdrücken an den Knöpfen den Boiler wieder zum Laufen gebracht hatte. Und tatsächlich war mein Zimmer wieder kuschelig warm, als ich später nach Hause kam 🙂

Wenn wir etwas in unserem Leben ändern, sehen wir vielleicht nicht immer gleich Auswirkungen davon. Manches kommt Stück für Stück. Der Boiler in meiner Wohnung lief wieder, aber die Wärme musste erst entstehen und sich ausbreiten. Viele Gute Dinge im Leben entwickeln sich erst nach und nach: Wissen, Fähigkeiten, Freundschaften, Beziehungen…

Eine Entscheidung oder eine bewusste Änderung ist nur der erste Schritt. Dann fängt es erst richtig an! Wir können nur vermuten und hoffen, wie es weitergehen wird und ob wir uns richtig entschieden haben. Doch das gesamte Ausmaß werden wir erst mit der Zeit feststellen und bewerten können.

Entscheidungen sind gut, wichtig und nötig. Keiner kommt um sie herum. Eine einzige kann so viel Gutes oder Schlechtes bewirken. Ich wünsche dir, dass du für das Richtige brennst und viel Weisheit bei allen kleinen und großen Entscheidungen in deinem Leben!

Und ein warmes Zimmer und warmes Wasser wünsche ich dir auch 😉

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