Liebe = Liebe ≠ Liebe

Es ist wieder diese verrückte Zeit im Jahr. Nicht nur die Zeit in der sich Menschen verkleiden und einander Streiche spielen, sondern auch die zeit der roten Herzchen und rosa Brillen: Valentinstag steht vor der Tür.

Der 14.Februar jedes Jahres erinnert Pärchen an die Klischees einer Beziehung und Singles schmerzhaft an alles, was sie offensichtlich verpassen. Um diesen Tag zu meiden und nichts davon mitzukriegen müsste man sich einsperren und das Internet abschalten – denn Geschäfte, Medien und befreundete Paare überschütten jeden mit den Must-Haves und Liebesbeweisen zum Valentinstag.shutterstock_172367246 klein

Dieses Datum ist für viele eine Entschuldigung, ihre ach so glückliche Beziehung total übertrieben heraushängen zu lassen. Ich habe wirklich nichts gegen glückliche Paare und freue mich mit jedem, der eine intakte Partnerschaft hat, aber zu viel muss echt nicht sein. Manche Pärchen sind so zuckersüß, dass ich schon beim Ansehen einen Zuckerschock und Diabetes bekomme.

Sind Herzchen und Rosen wirklich Zeichen der Liebe? Was ist Liebe überhaupt?

Ich könnte Liebe nicht einfach so definieren. Aber ich bin mit sicher, dass es eines der am wenig verständlichen und am meisten fehlinterpretierten Dinge auf der Welt ist. Ich muss kein Liebes-Experte sein, um das zu erkennen.

Die Medien sind das Paradebeispiel von unvollständigen, oberflächlichen oder sogar falschen Liebesdarstellungen. Von Bilder mit glücklichen Pärchen über gefühlstriefende Love-Songs bis hin zu Filmen, die das Wort Liebe völlig missbrauchen ist alles dabei. Beispielsweise der Film „Fifty Shades of Grey“, wieso der als Liebesfilm zu Valentinstag hochgepriesen wird ist mir ein völliges Rätsel, da hier Liebe rein körperlich dargestellt und mit Verlangen und Ausnutzen gleichgesetzt wird.

Interessant, dass der Mensch dafür ausgelegt ist, andere zu lieben und geliebt zu werden und dennoch nicht wirklich weiß, was Liebe überhaupt ist. Das Grundbedürfnis hat jeder, doch wie es verstanden wird könnte unterschiedlicher nicht sein.

Für die einen ist Liebe ein Gefühl, für andere eine Tat und für wieder andere eine bewusste Entscheidung. Das ist alles nicht falsch, doch ich denke, Liebe ist viel mehr – facettenreich und unfassbar.

Liebe gibt es in den verschiedensten Arten: Mutterliebe, Liebe in der Familie, freundschaftliche Liebe und romantische Liebe. Ja, man kann nicht nur Menschen lieben, sondern auch Tiere, Gegenstände oder Erlebnisse. Das Wort wird in unterschiedlichsten Zusammenhängen gebraucht. Wenn jemand sagt „Ich liebe dieses Lied“ meint diese Person wohl nicht, dass sie eine lebenslange Beziehung mit der Musik eingehen will…

Genau das ist das spannende an Liebe und der Grund, warum es ein Dauerbrenner im Leben der Menschen ist: Vielfach verwendbar, immer neu interpretierbar und nie ganz erfassbar.

Basierend auf Erfahrungen, Beobachtungen und Beeinflussung würde jeder Liebe anders definieren. Man muss nur vorsichtig sein, sie nicht einzugrenzen oder auf einzelnes, wie zum Beispiel rote Herzchen, Rosen und Schmetterlinge im Bauch, zu reduzieren.

Ich für meinen Teil werde mir schmunzelnd die Klischees ansehen, die die nächsten Tage von scheinbaren Liebes-Experten in die Welt hinaus getragen werden und mir dabei bewusst sein, dass Liebe viel mehr ist, als ich jemals erfassen kann.

Eine Definition von Liebe findest du in meinem letztjährigen Post zum Valentinstag und erfährst auch, wieso jeder Tag Valentinstag sein könnte – wenn man es etwas anders versteht als der kommerzielle Handel.

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