Der Super Bowl und ich

Letzte Nacht fand das weltweit größte Einzelsportereignis des Jahres statt: Der Super Bowl. Millionen von Menschen verfolgten Endspiel im American Football in der NFL (National Football League) und ich war eine von ihnen. Die Amerikaner machen ein riesen Spektakel daraus mit Half-Time-Show, unfassbar hohe Preise für sehr beliebte und diskutierte Werbesports und vieles mehr – das Highlight im Februar.3846__super_bowl-primary-2014

Auch ich saß ab Mitternacht vor dem Fernseher und sah mir das Spiel bis halb fünf an. Eigentlich völlig verrückt, denn ich hatte so gut wie keine Ahnung von American Football. Klar, ich konnte Begriffe wie Touchdown oder Quarterback damit verbinden, doch genaueres hätte ich nicht sagen können. Ich wusste noch nicht einmal, welche Mannschaft ich anfeuern sollte.

Trotzdem schaute ich mir ohne viel Vorwissen das Spiel der New England Patriots gegen die Seattle Seahawks an. Am Anfang versuchte ich lediglich, mir einen Überblick zu verschaffen, was überhaupt auf dem Spielfeld abging – im Verlauf des Super Bowls fieberte ich immer mehr mit und freute mich am Schluss für die gewinnenden Patriots.

Warum erzähle ich das denn überhaupt??

Dieses Erlebnis hat mich irgendwie an das Glaubensleben erinnert. Für Fans und Interessierte ist der Super Bowl das Sportereignis überhaupt und wollen es nicht verpassen. Fans der spielenden Mannschaften fiebern natürlich am meisten mit, doch auch andere sehen sich einfach nur das Spiel an, auch wenn sie kein Fan der spielenden Mannschaften sind. Andere stört der Super Bowl gar nicht, ihnen ist zwar bewusst, dass es dieses Großereignis gibt, doch ansehen werden sie es sich nicht.

Vielen ist der Glaube an Gott wichtig und sie richten ihr Leben danach aus. Andere kucken sich an, was im Glauben so abgeht, haben aber nicht wirklich was damit zu tun – Zuschauer eben, die etwas interessantes sehen wollen. Für ganz viele ist es jedoch egal, ob Gott existiert oder nicht. Sie wissen, dass der Glaube manchen sehr wichtig ist, doch für sie ist das nichts und das soll so bleiben.

Es kommt jedoch vor, dass es jemand so macht wie ich: man kuckt den Super Bowl, ohne ein Fan zu sein oder überhaupt Ahnung vom Spiel zu haben.
Manche beschäftigen sich mal mit diesem Glauben, der vielen Menschen so wichtig ist. Sie kennen vielleicht den Namen Jesus oder das Buch Bibel – doch von Spielregeln bei Gott wissen sie nichts.

Beim Football muss man nicht alles durchs zusehen verstehen, denn zum Glück gibt es Moderatoren, Bildschirmeinblendungen und Slow Motion Wiederholungen, um dem Zuschauer so gut wie möglich zu erklären, was auf dem Spielfeld abgeht.
Beim Christsein können das Predigen, Bibelauslegungen, andere Christen oder vieles mehr sein, die es leichter machen, die Sache mit Jesus zu verstehen.

Nach und nach kommt man hinter dieses Mysterium des American Football. Plötzlich sind es nicht mehr nur Männer, die einem Ei hinterherjagen und sich gegenseitig niederprügeln –man fängt an die Regeln und Spielweisen zu verstehen.
Der Glaube wird nach und nach verständlicher, man weiß was das Evangelium ist, lernt Jesus besser kennen und kann mit der Bibel etwas anfangen.

Nun kommt der entscheidende Punkt: Nachdem ich das Spiel ein bisschen verstehe, ist es interessant genug, um es weiter zu sehen oder höre ich auf?
Lässt man sich auf den Glauben ein oder nicht?

Ich entschied mich, den Super Bowl weiter zu sehen und es machte zunehmend Spaß. Anstatt völlig ratlos vor dem Fernseher zu sitzen, fieberte ich mit und erkannte sogar ein paar Spielzüge. Ich hatte immer noch Fragen und verstand vieles nicht, doch ich konnte das Spiel verfolgen.
Je mehr man sich mit dem Glauben beschäftigt, desto persönlicher wird es. Man versteht nicht alles von jetzt auf gleich. Manche Fragen wird man nie beantwortet bekommen. Doch man kann trotzdem eine Beziehung zu Jesus haben.

Wär mir nun Football wichtig genug, würde ich es weiter verfolgen, mir mehr Spiele ansehen und mit jedem Spiel mehr davon verstehen. Ich glaube, ich beschränke mich jedoch auf den Super Bowl einmal im Jahr 🙂

Viele Menschen machen es so wie ich, indem sie einmal im Jahr an Weihnachten in die Kirche gehen und sich das mit dem Glauben mal wieder ansehen. So sollte es mit einem ernst gemeinten Glauben an Jesus allerdings nicht sein. Ein Christ hat das ganze Jahr über in jeder Lebenslage etwas mit Gott zu tun, genauso wie ein richtiger Football-Fan immer hinter seiner Mannschaft steht – ob beim Spiel oder im Alltag.

Ein Football-Spiel ist spannend, abwechslungsreich und mitreißend (zumindest war es das gestrige). Der Glaube ist keine langweilige Sache. Es gibt Situationen, wo man denkt, man versagt und dann kommt ein Comeback. Christliche Events können Highlights sein, an die man sich erinnert, genauso wie die Half-Time-Show. Die einzelnen Spieler sind eine zusammengehörige Mannschaft, genau wie die Christen eine Gemeinschaft sind. Man ist nie alleine. Es gibt Menschen, die einen anfeuern und hinter einem stehen. Manchmal wird man auch zurecht gewiesen, wenn man sich nicht richtig verhalten hat. Schiedsrichter sorgen für Ordnung und faires Spiel.

Das Spiel ist nicht zu Ende, bis die Uhr nicht heruntergelaufen ist. In 20 Sekunden kann noch ein Touchdown passieren und das Spielergebnis beeinflussen. Im Glauben darf man nicht aufgeben, egal wie gut oder schlecht es läuft. Immer weiter machen und bis zu letzten Sekunde alles für Jesus geben. Denn wichtig ist das Ergebnis des Spieles. Entscheidend ist es, wie du am Ende deines Lebens zu Jesus stehst. Entweder du stehst auf der Gewinnerseite oder nicht.

Ich verstehe weder Football noch den Glauben komplett. Das hindert mich nicht daran, den Glauben zu leben. Jesus ist mir wichtig und deswegen werde ich weiter „spielen“ und mit ihm gehen.

Wie sieht es bei dir aus?

Photo Credit: http://www.sportslogos.net/logos/view/59338462014/_Super_Bowl/2014/Primary_Logo

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