Von der Fähigkeit, Punsch zuzubereiten

Jetzt in der Adventszeit erfreue ich gerade alle möglichen Leute um mich herum mit selbstgemachtem Punsch. Einige fragen mich, was drin ist und wie das Rezept geht. Spätestens hier fällt mir immer wieder auf: andere haben keine Ahnung wie man Punsch zubereitet.

Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass jemand nicht wissen könnte, wie man Punsch macht. Ich kippe einfach Tee und Saft völlig nach Gefühl zusammen und es funktioniert immer.

Hier bin ich stutzig geworden. Ich besitze alle Voraussetzungen, Punsch zu machen. Ich habe die Kreativität, die Erfahrung, die Zeit und zusätzlich noch ein Auto, um alle Zutaten einkaufen und literweise Saft transportieren zu können und so an verschiedensten Orten den Menschen eine Freude zu machen.

Was für mich normal und sehr einfach ist, ist für andere eine fremde Welt. Manches ist für mich selbstverständlich, wo andere Schwierigkeiten hätten.

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Fähigkeit: Dinge, die eine Person tun kann, sei es durch Training oder durch eine natürliche Fähigkeit

Das fängt mit Kleinigkeiten wie Punsch kochen an, geht aber noch viel weiter. Beispielsweise fällt es mir leicht, aus alltäglichen Situationen, Lieder, Filmen oder Bildern interessante Beobachtungen zu ziehen, diese auf mein Leben zu beziehen und in Worte zu fassen. Das ist ja auch der Grund dieses Blogs.

Es stecken so viele Talente in mir, denen ich mir gar nicht bewusst bin. Wenn ich etwas gut kann und tue, ist es für mich normal und es ist manchmal schwierig nachvollziehbar, dass die gleiche Tätigkeit anderen schwer fällt oder sie diese gar nicht beherrschen.

Ich brauche mich nur in meinem Umfeld umsehen und sehe die verschiedensten Menschen mit den unterschiedlichsten Talenten:

Da sitze ich mit Leuten zusammen, die verstehen den Code und die nötige Sprache um ein Computerprogramm oder eine Website zu programmieren – wohingegen ich schon froh bin, wenn mein Blog keine Probleme macht, ich einfach nur tippen muss und alles andere von selbst geht.

Andere haben Ahnung von Maschinen, die Vorstellungskraft und das Wissen, diese auch zu konstruieren und zum Laufen zu bekommen – während ich glücklich über jede funktionierendes Gerät in meinem Umfeld bin.

Mein Bruder kennt sich mit Technik aus, kann den Sound und das Licht für eine Veranstaltung auf die Beine stellen und weiß welches Kabel mit welchem Anschluss wo angesteckt werden muss, damit alles läuft. Ich hingegegen gebe mich damit zufrieden, einfach auf den Lichtschalter zu drücken oder bestenfalls noch eine Lichterkette anzuschließen, um nicht im Dunkeln zu sitzen.

Alle diese Eigenschaften kann man erweitern, üben und verbessern, ob durch Studium oder einfach wenn man es ausübt. Doch zu jeder einzelnen braucht man gewisse Fähigkeiten, die nicht jeder hat. Was für den einen einfach oder selbstverständlich ist, das würde der andere selbst mit jahrelanger Übung niemals hinbekommen.

ID-100276595 Ich schaue mich um und sehe Menschen, die reich mit Talenten beschenkt sind und diese auch anwenden. Und was sind oft meine Reaktionen? Ich bin mal neidisch, mal ignorant und mal gleichgültig. Ich profitiere von den Fähigkeiten anderer, spare aber mit Lob, Anerkennung und Dankbarkeit. Es kommt von mir eher ein doofer Kommentar als etwas positives – auch wenn ich es nie im Leben selbst hinbekommen hätte.

Gerade jetzt in der Adventszeit und am Ende des Jahres werden Menschen dankbar für alles erlebte und die guten Dinge in ihrem Leben. Ich will mir vornehmen, nicht nur dafür dankbar zu sein, sondern für jeden mit dem ich zu tun haben darf und deren Talente. Und das will ich auch den Personen mitteilen und meine Dankbarkeit ausdrücken.

Von welchen Talenten anderer profitierst du? Für wen bist du dankbar? Vielleicht wird es (wieder) Zeit, ihnen das zu sagen oder zu zeigen 😉

 

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