Auf dem Weihnachtsmarkt

Ich mag Weihnachtsmärkte. Es hat schon etwas, die festlich mit Lichtern geschmückten Stände anzusehen und über den Weihnachtsmarkt zu schlendern. Oder sich – wenn man die falsche Tageszeit erwischt – von Menschenmassen durchschieben zu lassen. Aber stehen bleiben und sehen, was verkauft wird, kann sowieso verhängnisvoll werden, wenn man nicht von Verkäufern angequatscht werden will.

Weihnachtsmarkt...
Weihnachtsmarkt…

Die einen verkaufen mehr oder weniger kitschige Dekoration, die man nicht braucht, da man schon kistenweise zu Hause stehen hat. Andere wollen Mützen und Handschuhe loswerden, die ich wirklich nicht haben will. Die Süßwarenstände sind darauf erpicht, jeden mit einem Zuckerschock in die Weihnachtsfeiertage zu schicken. Essenstände verkaufen herzhafte Leckereien passend zu einer Tasse Glühwein. Die Fahrgeschäfte plärren Weihnachtslieder im Akkord, die einem schon zum Hals heraus hängen.

Aber die wichtigsten Stände sind die Glühweinstände selbst. Wie kann ich es nicht lieben, eine heiße Tasse völlig überteuerten Kinderpunsch zu schlürfen, wenn doch mein selbst gemachter alkoholfreier Punsch so viel besser schmeckt und keinen so doofen Namen hat, für den sich eine 24-Jährige schämen muss??

Ich mag Weihnachtsmärkte. Wirklich. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wundere ich mich, warum ich hingehe, wenn ich sowieso nichts kaufen will und auch das Essen und Trinken nicht unbedingt anziehend ist.

Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich einfach: Weihnachtsstimmung!!

Es liegt an der Atmosphäre, die Weihnachtsmärke ausstrahlen (sollen), um mich irgendwie auf das bevorstehende Fest einzustimmen.

... und gar nicht so viel Weihnachtsstimmung
… und gar nicht so viel Weihnachtsstimmung

Vorgestern war ich auf einem Weihnachtsmarkt. Mehr in Weihnachtsstimmung bin ich allerdings nicht gekommen – eher im Gegenteil. Das Gewitter und der starke Regen haben mir irgendwie einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Und nun? Nur weil ich nicht mehr in Weihnachtsstimmung bin, ändert das nichts an der Tatsache, dass die Feiertage immer näher rücken. Keine Umstände können das ändern. Egal ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint, am 24.12. ist Heiliger Abend. Egal, wie ich mich dabei fühle, Weihnachten wird stattfinden.

Diese Erkenntnis ist wirklich nicht neu, doch sie hat mir etwas bewusst gemacht: im Glauben ist es genau so!

Ich bekomme in letzter Zeit zwar ein paar unerwartete Geschenke von Jesus, doch ich muss zugeben, dass ich den größten Teil meiner Zeit seine Gegenwart nicht in meinem Leben spüre. So viel ich auch durch CVJM, Bibellesen etc. mit Jesus täglich zu tun habe, so richtig fühlen tu ich ihn eher selten.

Jesus nicht spüren? Skandalös! Bin ich jetzt kein richtiger Christ?
Doch!

Nur weil ich seine Gegenwart nicht immer wahrnehme, heißt es nicht, dass er nicht da ist. Ich bin ein Kind Gottes, ob ich mich so fühle oder nicht. Tatsache ist, dass Jesus in meinem Leben regiert und wirkt, auch wenn ich davon nichts merke. Es geht beim Christsein nicht hauptsächlich um Gefühle und Stimmungen, sondern um glauben!

Man kann Lobpreislieder singen, ohne dass einem nach loben zumute ist. Man kann in der Bibel lesen, auch wenn man keine Lust dazu hat. Man kann in die Gemeinde gehen, auch wenn man manche Menschen nicht sehen will.

Denn es geht nicht darum, wie du dich fühlst, sondern an wen du glaubst. Jesus verändert sich nicht. Seine Versprechen für dein Leben bleiben bestehen. Egal, wie es dir gerade geht und in welcher Stimmung du bist, Glauben ist keine Bauchentscheidung, sondern eine Kopfentscheidung. Es ist ein bewusstes Ja-sagen zu Jesus und davon überzeugt sein, dass er die Wahrheit ist.

Es ist genial und wichtig, wenn man Jesus spüren und erleben darf. Doch in den Zeiten, an denen man kein Kribbeln vom Heiligen Geist im Bauch hat und nicht vor Heiligkeit 10cm über dem Boden schwebt, kann und muss man erst recht an Jesus dran bleiben. Das kann Disziplin fordern und manchmal muss man sich den Glauben einreden. Die Tatsachen und Wahrheiten über Jesus ändern sich nicht.

In knapp zwei Wochen ist Weihnachten, ungeachtet dessen, in welcher Stimmung ich bin. Jesus ist für dich und mich in die Welt gekommen, gestorben, auferstanden und regiert, ob du das fühlst oder nicht. Diese Fakten bleiben bestehen und daran können wir uns in jeder Situation und Stimmung festhalten.

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