Musik-Czek: 4Him – A Strange Way to Save the World

Ich gehe mal davon aus, dass du die Weihnachtsgeschichte kennst. Josef und Maria, die nirgends unterkommen und in einem Stall bleiben müssen. Die Hirten auf dem Feld, denen Engelschöre singen. Und die Weisen aus dem Morgenland, die Jesus Geschenke bringen.

Hast du dir jemals Gedanken gemacht, warum Jesus ausgerechnet so auf die Welt kommen musste? Wir wissen, warum Jesus kam: Um die Welt zu retten. Und Weihnachten ist der Anfang dieser Rettungsaktion von Gott. Aber ganz ehrlich: Es ist wirklich ein seltsamer Weg, die Welt zu retten, oder???

Das dachte sich die Band 4Him auch und schrieb ein Lied darüber. Hör es dir einfach mal an 🙂

Dieses Lied betrachtet die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Josef, was ja eher ungewöhnlich ist. Dieser Mann rückt immer ein bisschen in den Hintergrund des Geschehens, weil er eigentlich nur der notwendige Papa war, der sich um Maria und Jesus kümmern musste, damit die beiden gut versorgt sind und die Leute nicht komisch auf Marias Schwangerschaft vor der Hochzeit reagieren. Natürlich war Josef viel wichtiger als ihm zugestanden wird. Jedes Kind braucht einen Vater und Jesus hatte als menschlichen Vater Josef, der ihn erzog und nach dem, was Jesus bewirkte und wie er lebte, hat Josef seinen Job gut gemacht! Klar ist in erster Linie Gott der Vater von Jesus, aber es kann mir niemand erzählen, dass Jesus nicht auch von seinem Papa Josef positiv geprägt wurde (auch wenn es nirgends in der Bibel steht).

Aber zurück zum Lied und zu Weihnachten. Josef, dieser einfache Zimmermann, erfährt plötzlich, dass seine Verlobte Maria vom Heiligen Geist schwanger ist. Ja, schon klar. Er will sich erst heimlich aus dem Staub machen, als er dann von einem Engel träumt, der ihm erzählt, er soll schön die Füße still halten, das hat alles seine Ordnung. Ach so, und könnte er vielleicht noch Ersatzpapa für Gottes Sohn sein, damit die Menschen nicht komisch reagieren? Das wäre sehr freundlich.

Wenn ich von einem Engel träumen würde, würde ich so etwas Verrücktes nicht machen, aber Gott wusste schon, wie er Josef überzeugen konnte. Zu allem Überfluss musste das junge Paar auch noch umziehen, weil eine Volkszählung anstand – wenn das mal nicht Timing ist. Letztendlich hocken die beiden Eltern also mit ihrem Kind, Gottes Sohn, in einem Stall in dem kleinen Kaff Bethlehem und warten, bis es morgen wird und bekommen noch Besuch von ein paar Hirten und einer Herde Schafe.

Ich bin mir sicher, Josef hat sich wirklich gefragt, warum ausgerechnet er ausgewählt wurde. Im Refrain des Liedes gibt er zu, dass er nur ein einfacher Mann ist und es doch so viele Herrscher auf der Welt gibt, bei denen der Jesus auch hätte geboren werden können. Warum er und Maria ausgerechnet in diesem ärmlichen Stall gelandet sind – sie ist doch auch nur ein normales Mädchen. Es ist wirklich ein komischer Weg, die Welt zu retten!

Josef mag vielleicht hinterfragt haben, wieso es genau so passiert ist, aber letztendlich hat er darauf vertraut, dass Gott schon das Richtige tut und war gehorsam, egal was kam. Natürlich hätte es auch anders laufen können: Jesus hätte als Kind eines reichen Herrschers in Palästen aufwachsen können – wie er es als König der König verdient hätte.

Es gab einen Grund, warum Jesus genau so auf die Welt kam. Ich weiß nicht, ob Josef das zu der Zeit schon wusste, aber wir können es im Nachhinein sehen: Jesus  musste als armer Mensch kommen, um auch genau für diese Menschen da zu sein. Erst später wurde er erhöht, doch zuerst lernte er Einfachheit.

Als Sohn eines großen Herrschers wäre er kein Wanderprediger geworden und sicherlich auch nicht am Kreuz gestorben. Dazu musste er ein einfacher Mann sein. Sonst hätte er Menschen wie Zachäus der Zöllner, die Frau am Brunnen oder seine Jünger, die einfache Fischer waren, nie erreicht. Sie hätten nie von Gottes Liebe erfahren, weil sich alles nur in den höheren Kreisen der Oberschicht abgespielt hätte.

Ja, es ist ein seltsamer Weg, die Welt zu retten. Aber es war der einzige Weg, um die ganze Welt zu retten. Sonst hätten sich manche nicht angesprochen gefühlt. Niedriger als in einem Stall zur Welt zu kommen geht ja kaum noch.

Jesus wurde in einfachen Verhältnissen geboren und das ist gut so. Für ihn war das sicher am schwierigsten, als Gottes Sohn plötzlich ein einfaches Kind zu sein. Er erlebte von Anfang an Einfachheit und sein ganzes Leben lang genoss er nie Luxus. Er war für die Menschen da und nicht für Besitz.

Ich möchte Gottes Wege nicht in Frage stellen. Das Leben Jesu beweist die seltsamsten Begebenheiten können ein Teil des Planes Gottes sein, der nicht anders funktionieren würde. Wer bin ich also, dass ich mir anmaße, darüber zu urteilen, was mir an meinem Leben komisch vorkommt?

Diese kuriose Welt-Rettungsaktion feiern wir also in zwei Wochen. Ich wünsche dir weiterhin eine schöne, besinnliche Adventszeit, nicht zu viel Stress und vor allem einen Blick auf das Kind in der Krippe, das die ganze Welt veränderte – und mich auch 🙂

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