Musik-Czek: Daughtry – Waiting for Superman

Kennst du schon das Musik-Video von Daughtrys neuer Single? Es lohnt sich, das mal genauer anzuschauen:

Egal, ob dir das Lied gefällt oder nicht, mir geht es um das Video. Ich weiß nicht mal, was das Video mit dem Text des Songs zu tun hat – zusammenpassen tut das nicht so wirklich…

Was hast du dir dabei gedacht, als du das Video gesehen hast?

Mein erster Gedanke: Fies!!

Und mein zweiter: Stimmt! Das könnte mein Leben sein.

Naja, vielleicht nicht ganz, denn ich lebe weder in einer Großstadt, noch rette ich Leuten das Leben. Mal davon abgesehen, bin ich weder ein Kerl noch trage ich so zerissene Klamotten…

Okay, aber jetzt mal ernsthaft. Hier geht es um jemanden der Probleme anderer mitbekommt und ihnen hilft. Er will nur Gutes tun – und keiner dieser Menschen ist ihm auch nur annähernd dankbar, stattdessen wird er von allen nur blöd angemacht und sogar fast von der Polizei verhaftet.

Dennoch gibt er nicht auf und hilft weiter, auch wenn es frustrierend ist. Und am Schluss bekommt er wenigstens ein bisschen Dankbarkeit (es muss ja gut ausgehen, sonst wäre es ja langweilig 😉 )

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber mir geht es schon manchmal so, dass ich anderen nur helfen will und es mir total negativ ausgelegt wird und ich am Schluss die Dumme bin. Da kann es durchaus passieren, dass man sich fragt, warum man überhaupt geholfen hat, wenn es niemand würdigt und man am Ende schlechter da steht als vorher.

Die Frage ist doch: Warum hilft man überhaupt? Tu ich es, um von anderen Anerkennung zu bekommen oder weil es „das Richtige“ ist?

Der Mann in dem Video tat es offensichtlich nicht wegen der Anerkennung, sonst hätte er nach dem ersten Mal schon aufgehört, als er keine bekommen hat. Ich habe keine Ahnung, warum er den fremden Menschen geholfen hat, aber er hat auch weitergemacht, als er Probleme deswegen bekommen hat. Respekt.

Dankbarkeit anderer ist nicht schlecht, aber wenn das mein einziger Beweggrund ist, Gutes zu tun, sollte ich mir mal über meine Motive Gedanken machen.

Ich bin kein Superheld. Aber ich kann ein bisschen vom Charakter eines Superhelden haben: Selbstlos und hilfsbereit. Ich will Menschen helfen, weil ich sie im Blick haben will, nicht mein eigenes Ego (das ist schon groß genug). Meine Taten sollen meine Überzeugungen und meinen Glauben reflektieren. Das kann bedeuten, zu helfen, ohne Anerkennung zu bekommen und dazu auch noch blöd angemacht zu werden. Aber das soll mich nicht daran hindern, weiterhin Gutes zu tun, wenn ich weiß, dass es das Richtige ist. Es geht nicht um mich, sondern um andere.

Außerdem: Ich fühle mich trotzdem gut, wenn ich jemandem helfen konnte – egal ob diese Person es schätzt oder nicht. Und wenn dann jemand dankbar ist, dann ist man doch froh, dass man gehandelt hat, oder?

Also dann, entschuldige mich bitte, ich brauch noch einen Umhang für mein Super(wo)man-Kostüm und muss noch schnell die Welt retten…  😛

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